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Wort der Woche: Christliche Drangsal Der Tanzlehrer
Anfang Januar habe ich einen Predigttext des Klinikseelsorgers Wolfgang Raible gelesen. Er spricht darin von einem ungewöhnlichen Jesusbild. Jesus wird nicht als Prediger, Heiler oder Meister bezeichnet sondern als Tanzlehrer. Dieses überraschende Bild findet sich auch in einem Minnelied aus dem Mittelalter: „Jesus der Tänzer Meister ist, zum Tanze hat er hohe List. Er wendet sich hin, er wendet sich her, sie tanzen alle nach seiner Lehr.“ Dieses unverbrauchte Bild von Jesus wünsche ich mir als Begleiter für das Jahr 2012. Es hat etwas Leichtes und Fröhliches an sich. Jesus soll mein Tanzlehrer sein. Ich möchte mich, leichten Fußes auf seine Schritte einlassen, auf befreiende Schritte, mutige Schritte, neue Schritte, richtige Schritte. Ich will mich von ihm führen lassen. Ich wünsche mir, dass mich sein Schwung mitreißt und meinen Alltag beflügelt. Und wenn ich einmal aus dem Schritt gerate, weiß ich, dass er mir in einem nächsten Tanzkurs erneut eine Chance gibt und mich wieder zum Tanz auffordert.
Cyrilla Kunz Pircher, Gemeindeassistentin
Und für heute? Die Zeit ist begrenzt, den Menschen in die Augen zu schauen, den Heuchlern die Wahrheit zu sagen, mit der Schwermut fertig zu werden, sich in der Treue zu üben, sich in der Krise zu bewähren.
Die Zeit ist begrenzt, Böses mit Gutem zu vergelten, auf meine Tiefe zu horchen, meine Freiheit zu nützen, mich selbst zu ordnen, zu sehen, zu hören, zu spüren, zu beten.
Martin Gutl Erschienen in: Loblied vor der Klagemauer, Styria-Verlag 1978 (c) Karl Mittlinger, Graz
Gott meines Lebens, ich bin unterwegs in meinem Lebenslabyrinth. Niemand hat mich gefragt, ob ich es betreten will, aber nun gehe ich Schritt für Schritt. Manchmal bin ich der Mitte ganz nah, da bin ich „ich selber“, da höre ich den Ruf und sehe einen Sinn. Manchmal aber führt der Weg wieder an den Rand, da bin ich mir selber fremd, und alles scheint sinnlos. Und dann ganz am Rand Kommt plötzlich die Wende. Der Weg führt zurück zur Mitte. Lass mich vertrauen, dass du, Gott, mit mir gehst und das Ziel meines Weges bist. Martin Blatter
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